Mitte August. Die Wohnung ist gefunden, der Übergabetermin steht, und in der Küche liegt eine Liste, die jeden Tag länger wird statt kürzer.
Ein Umzug mit Kindern ist nicht einfach ein Umzug mit mehr Kisten. Es hängt mehr daran, und vor allem hängt es an Terminen, die sich nicht verschieben lassen. Der Schulbeginn wartet nicht auf Ihre Hausverwaltung.
Zuerst: die Schule
Der einzige Punkt auf der Liste, der wirklich dringend ist.
Wenn Sie in einen anderen Schulsprengel ziehen, ändert sich die zuständige Schule. Bei Pflichtschulen ist die Sprengelzuteilung in den Bundesländern unterschiedlich geregelt, aber die Grundlogik ist überall gleich: Es gibt eine Schule, die Ihr Kind aufnehmen muss, und alles andere ist eine Frage der freien Plätze.
Rufen Sie in der neuen Schule an, bevor der Umzug stattfindet. Nicht danach. Sagen Sie, wann Sie ziehen und in welche Klasse das Kind kommt. Die Direktionen sind in dieser Sache erfahrungsgemäß sehr hilfsbereit, weil sie das jedes Jahr erleben.
Was mitzubringen ist, variiert. Meist: die Geburtsurkunde, die Meldebestätigung oder der Nachweis der neuen Adresse, das letzte Zeugnis, und bei Bedarf die Schulbesuchsbestätigung der alten Schule. Fragen Sie beim Telefonat gleich nach.
Dann: der Meldezettel
Die Ummeldung braucht in Österreich üblicherweise drei Tage ab Bezug. Für Kinder unter vierzehn melden die gesetzlichen Vertreter an.
Für jedes Kind ein eigener Meldezettel, unterschrieben vom Unterkunftgeber. Bringen Sie die Geburtsurkunden mit.
Und lassen Sie sich gleich eine Meldebestätigung ausstellen. Sie werden sie in den nächsten Wochen mehrfach brauchen, und es ist mühsam, dreimal hinzufahren. Was das kostet, ist je nach Gemeinde unterschiedlich, aber es sind kleine Beträge.
Was Sie danach der Reihe nach abarbeiten
- Familienbeihilfe: Adressänderung ans Finanzamt, am einfachsten über FinanzOnline. Der Anspruch ändert sich durch einen Umzug innerhalb Österreichs normalerweise nicht, aber die Adresse muss stimmen, sonst gehen Schreiben ins Leere.
- ÖGK: Adressänderung, damit die Post zur E-Card passt.
- Kinderbetreuung: Bei einem Wechsel in eine andere Gemeinde beginnt oft ein neues Anmeldeverfahren, teils mit Wartelisten. Das ist der Punkt, an dem es am häufigsten eng wird.
- Kinderarzt: Neue Ordination suchen und fragen, ob aufgenommen wird. Befundkopien beim bisherigen Arzt holen, inklusive Impfpass, falls der dort geführt wurde.
- Vereine, Musikschule, Turnverein. Nicht amtlich, aber für ein Kind oft das Wichtigste.
Beihilfen, die an die Gemeinde gebunden sind
Viele Länder und Gemeinden haben eigene Unterstützungen: Wohnbeihilfe, Heizkostenzuschüsse, Familienzuschüsse, Ermäßigungen bei Betreuungsbeiträgen, manchmal Gutscheine für Freizeitangebote.
Diese Leistungen wandern nicht automatisch mit. Wenn Sie in ein anderes Bundesland ziehen, gilt dort ein anderes System, mit anderen Voraussetzungen und anderen Anträgen.
Fragen Sie am neuen Gemeindeamt oder Magistrat direkt: Welche Unterstützungen gibt es hier für Familien, und was muss ich beantragen? Diese eine offene Frage bringt oft mehr als drei Stunden Suchen auf Websites, die alle unterschiedlich aufgebaut sind.
Das Kind in all dem
Ein Umzug ist für Erwachsene Organisation. Für ein Kind ist es der Verlust der Freundin aus der Nachbarwohnung, des Wegs zur Schule, des Platzes, an dem man weiß, wo der Ball hinrollt.
Was hilft, sagen Leute, die es öfter erlebt haben: das Kinderzimmer als Erstes einrichten, nicht als Letztes. Auch wenn im Rest der Wohnung noch Chaos herrscht. Ein fertiges Bett mit der eigenen Decke, die eigenen Sachen am gewohnten Platz, das macht den ersten Abend erträglich.
Und: Fahren Sie den Schulweg vor dem ersten Schultag einmal gemeinsam ab. Zu Fuß, in der richtigen Richtung, zur richtigen Zeit. Nicht wegen der Sicherheit allein, sondern damit das Kind am ersten Morgen etwas kennt.
Die Unterlagen, die Sie griffbereit brauchen
Packen Sie eine Mappe, und zwar nicht ins Umzugsauto, sondern in die Tasche, die Sie selbst tragen.
Hinein gehören: Geburtsurkunden aller Familienmitglieder, Heiratsurkunde falls vorhanden, Staatsbürgerschaftsnachweise, Meldezettel-Formulare, die letzten Zeugnisse, Impfpässe, E-Cards, der neue Mietvertrag und die Bankdaten.
Diese Mappe ist der Unterschied zwischen einem Amtsweg und drei.
Der Punkt, an dem Familien am häufigsten anstehen
Die Nachmittagsbetreuung. In vielen Gemeinden ist die Nachfrage größer als das Angebot, und die Anmeldefristen liegen oft im Frühjahr, also lange vor Ihrem Umzug im August.
Was hilft: früh anrufen, auf eine Warteliste setzen lassen und in der Direktion nachfragen, ob es andere Möglichkeiten gibt. Und fragen Sie in der neuen Klasse nach anderen Eltern. Klingt banal, ist aber oft der schnellste Weg zu einer Lösung, weil dort jemand sitzt, der das Gleiche vor zwei Jahren durchgemacht hat.
Der Rest kann warten
Nicht alles muss in der ersten Woche fertig sein. Der Nachsendeauftrag deckt vieles ab, Verträge lassen sich auch im September ummelden, und die Vorhänge hängen halt später.
Was nicht warten kann, ist die Schule und der Meldezettel. Machen Sie diese zwei zuerst, dann atmen Sie einmal durch, und dann arbeiten Sie den Rest in Ruhe ab.
Ende September steht der Schulweg, das Kind hat einen Sitznachbarn, dessen Namen Sie sich nicht merken können, und Sie wissen wieder, wo im neuen Supermarkt die Milch steht. Es dauert ungefähr so lange. Aber dann geht es.



