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ÖGK & Gesundheit

Krank zwischen den Feiertagen: Wo Sie hingehen, wenn die Ordination zu hat

19. Dezember 2025

Es passiert immer am gleichen Abend. Nicht am 20., wo alles offen hat, sondern am 24. gegen halb sechs, wenn die Kekse fertig sind und das Kind plötzlich glühend heiß im Vorzimmer steht.

Zwischen Weihnachten und Dreikönig ist das österreichische Gesundheitssystem nicht kaputt. Aber es ist dünn besetzt, und wer nicht weiß, wohin, landet zu leicht in der Spitalsambulanz, wo er vier Stunden wartet und am Ende ein Fiebersaftl bekommt.

Erledigen Sie das noch vor dem 23.

Ganz ehrlich, das ist der wichtigste Absatz in diesem Text.

  • Dauermedikamente. Schauen Sie in die Schachteln. Blutdruck, Schilddrüse, Antibabypille, Asthmaspray. Wenn Sie über die Feiertage knapp werden, holen Sie das Rezept jetzt.
  • Die Hausapotheke. Fiebermittel für Erwachsene und, falls Kinder da sind, in der passenden Darreichungsform. Elektrolytpulver. Etwas gegen Halsschmerzen.
  • Und schauen Sie nach, ob die E-Cards in der Geldbörse noch gültig sind.

Das dauert zwanzig Minuten und ersetzt im Ernstfall eine Autofahrt bei minus vier Grad.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst

Für die Zeit außerhalb der Ordinationszeiten gibt es in allen Bundesländern einen ärztlichen Bereitschafts- oder Notdienst. Wie er organisiert ist, unterscheidet sich regional deutlich: mancherorts über eine zentrale Nummer, anderswo über einen Sprengeldienst, in manchen Städten über eigene Bereitschaftsordinationen.

Die bundesweite Gesundheitsberatung 1450 ist der einfachste Einstieg, wenn Sie unsicher sind. Dort schätzt geschultes Personal die Situation ein und sagt Ihnen, ob Sie warten können, in eine Bereitschaftsordination sollen oder ob es wirklich dringend ist. Das ist keine Ferndiagnose, sondern eine Wegweisung. Und sie ist gut.

Bei akuter Lebensgefahr gilt weiterhin: 144. Da wird nicht abgewogen, da wird gewählt.

Wann die Ambulanz wirklich richtig ist

Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei Atemnot, bei starken Blutungen, bei Verletzungen mit offensichtlichem Bruchverdacht, bei einem Sturz auf den Kopf mit Bewusstseinsverlust. Da diskutiert man nicht.

Bei einer Erkältung, die seit zwei Tagen läuft, oder einem Kind mit Fieber, das trinkt, spielt und ansprechbar ist, meist nicht. Das klingt hart. Aber jede Stunde, die eine Ambulanz mit Erkältungen zubringt, fehlt woanders.

Die Apotheken haben Dienst

Auch an Feiertagen ist immer eine Apotheke im Bereitschaftsdienst. Welche das ist, finden Sie über die Apothekerkammer, in der Tageszeitung oder in den einschlägigen Apps. Rechnen Sie mit einer Nachtdienstgebühr - kein Beinbruch, aber gut, wenn man es weiß, bevor man an der Klappe steht.

Und: Manche rezeptfreien Klassiker sind über die Feiertage regelmäßig knapp. Fiebersäfte für Kinder waren in den vergangenen Wintern in mehreren Regionen zeitweise schwer zu bekommen. Noch ein Argument für den 22.

Krankmeldung über die Feiertage

Wenn Sie zwischen den Jahren arbeiten und krank werden, gilt das Übliche: Arbeitgeber verständigen, so rasch es geht, und die ärztliche Bestätigung nachreichen. Ob Ihr Betrieb eine Bestätigung ab dem ersten oder erst ab dem dritten Tag verlangt, steht meist im Kollektivvertrag oder in der Betriebsvereinbarung.

Die Krankmeldung an die ÖGK erfolgt in der Regel automatisch über die Ordination. Sie müssen dort nichts extra einreichen.

Wenn Sie unterwegs sind

Viele fahren über die Feiertage weg, zu den Schwiegereltern in ein anderes Bundesland oder zum Schifahren. Dort kennen Sie weder die Ordinationen noch die Bereitschaftsdienste.

Zwei Handgriffe helfen. Erstens: Schauen Sie beim Ankommen einmal nach, wo die nächste Ambulanz ist und wie weit sie weg ist. Nicht weil etwas passieren wird, sondern damit Sie es nicht um zwei Uhr früh googeln müssen.

Zweitens: E-Cards für alle einpacken, auch für die Kinder. Und wenn es ins Ausland geht, schauen Sie auf die blaue Rückseite Ihrer E-Card, die Europäische Krankenversicherungskarte. Die gilt in vielen europäischen Ländern für notwendige Behandlungen, deckt aber keinen Rücktransport ab.

Die Dinge, die im Winter tatsächlich passieren

Es sind selten die dramatischen Sachen. Es sind Schnittwunden beim Nüsseknacken, verrenkte Handgelenke auf vereisten Gehsteigen, Magen-Darm-Infekte, die durch die ganze Familie gehen, und Kinder mit Fieberkrämpfen, die Eltern zu Recht erschrecken.

Beim Magen-Darm-Infekt ist die wichtigste Maßnahme nicht das Medikament, sondern das Trinken. Kleine Mengen, oft, am besten mit Elektrolyten. Und der Gang zum Arzt dann, wenn jemand nichts mehr bei sich behält, ganz besonders bei kleinen Kindern und älteren Menschen.

Beim Sturz auf dem Eis gilt die alte Regel: Wenn Sie danach nicht auftreten können, ist das kein Fall für Zuwarten.

Das Unangenehmste zum Schluss

Es ist nicht das Fieber, das die Feiertage kaputt macht. Es ist die Hilflosigkeit. Diese halbe Stunde, in der man mit dem Handy in der Hand im Vorzimmer steht und nicht weiß, ob man jetzt überreagiert oder zu lange wartet.

Dagegen hilft ein Zettel. Schreiben Sie sich die Nummer der Bereitschaftsordination Ihres Bezirks, die 1450 und die nächste Dienstapotheke auf ein Blatt und hängen Sie es an den Kühlschrank. Nicht ins Handy, wo Sie es nicht finden, wenn es schnell gehen muss. An den Kühlschrank.

Es wird wahrscheinlich niemand brauchen. Aber es ist ein sehr ruhiges Gefühl, wenn es hängt.

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